Adolf II. von Nassau
* um 1423, † 6.9. 1475
Erzbischof 1461-1475

Adolf, Graf von Nassau-Wiesbaden-Idstein, um 1423 geboren, wurde 1461 von Papst Pius II. als Erzbischof erhoben, gegen den abgesetzten bisherigen Erzbischof Diether von Isenburg. Es kam zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Parteien, die Mainzer Stiftsfehde. Erzbischof Adolf konnte mit der Hilfe seiner Verbündeten am 28. Oktober 1462 die Stadt Mainz erobern. Die Stadt wurde geplündert und verwüstet. Die meisten männlichen Einwohner mussten auf ein Jahr die Stadt verlassen, zahlreiche Anhänger Diethers von Isenburg auf immer.
Mehr als 150 Häuser waren zerstört, zahlreiche konfiszierte Häuser übergab der Erzbischof in den folgenden Jahren seinen adeligen Anhängern. Mit dem Zeilsheimer Friede am 5. Oktober 1463 und dem Verzicht Diethers wurde Adolf zum alleinigen, unangefochtenen Erzbischof. Die Verbündeten beider Seiten wurden mit zahlreichen Landverpfändungen entschädigt. Das Erzstift war dem Ruin nahe. Die Politik Adolfs beschränkte sich in den folgenden Jahren weitgehend auf eine erste Konsolidierung des Erzstifts. Seine Pläne, in Mainz eine Universität zu gründen, scheiterten jedoch an der schlechten finanziellen Situation des Erzbistums. (rs/jm)

Entnommen aus:

Institut für geschichtliche Landeskunde (Hrsg.): 2000 Jahre Mainz. Geschichte der Stadt -digital. Mainz 2001. CD-ROM

 

Red. Bearb. Juliane Märker 24.08.2012