Andreas Joseph Hofmann
*14.7.1752 Zell bei Würzburg, †1849 Winkel (Rheingau)
Philosoph und Präsident des Rheinisch-Deutschen Nationalkonvents von 1793

Hofmann wurde als Sohn einer fürstbischöflichen Beamtenfamilie geboren, verlor früh beide Eltern und wuchs bei seinem Onkel auf. Er studierte in Mainz und Würzburg Jura. Ab 1777 arbeitete er am Reichshofrat in Wien. Vermutlich 1784 erhielt er den Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Mainz und lehrte Natur- und Völkerrecht. Hoffmann sprach sich für die Abschaffung von Latein als Gelehrtensprache aus und befand sich mit dieser und anderen Forderungen häufig in Konflikt mit der Universität und dem Landesherren.
Nach der Einnahme von Mainz durch die Franzosen trat er umgehend dem Jakobinerklub bei und wurde schnell zu einem Wortführer des radikalen Republikanismus. Am 17. März 1793 wählte ihn der Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent zu seinem Präsidenten. 1793/94 war er als Sonderbotschafter in England tätig, 1798 bis 1803 hatte er das Amt des "Generaleinnehmers vom Donnersbergdepartement" inne. 1803 musste er aus dem Staatsdienst ausscheiden. Seine politische Karriere war damit beendet.

Entnommen aus:

Institut für geschichtliche Landeskunde (Hrsg.): 2000 Jahre Mainz. Geschichte der Stadt -digital. Mainz 2001. CD-ROM

 

Red. Bearb. Juliane Märker 24.08.2012