Prof. Johann Peter Weidmann
* 1751 Zülpich, † 1819 Mainz
Professor für Arzneikunde, Geburtshilfe und Chirurgie


Weidmann studierte ab 1775 in Würzburg, machte dank der Förderung des Mainzer Erzbischofs 1778 eine Europareise durch Frankreich, England und Österreich und promovierte bereits 1779. Daraufhin zog er 1780 nach Mainz. Ab 1783 hatte Weidmann die Professur für Chirurgie und Geburtshilfe an der medizinischen Fakultät der Mainzer Universität inne. An Soemmerring, den er selbst nach Mainz empfohlen hatte, trat er die Fächer Anatomie und Physiologie ab und konzentrierte sich auf sein Hauptfach, die Gynäkologie. Er entwickelte eine Methode, durch welche bei einem lebensfähigen Kind die Frühgeburt künstlich eingeleitet wurde, wenn der Zustand der Mutter zu kritisch wurde. 1784 wurde eine eigene Entbindungsanstalt und Hebammenschule unter seiner Leitung im Altmünsterkloster eingerichtet, wo Weidmann auch wohnte. 1806 ernennen ihn die französischen Besatzer zum Leiter der Hebammenschule. 1808 siedelte die Einrichtung unter Weidmanns Leitung ins Armklarenkloster über, in dessen Mauern sie nahezu ein Jahrhundert lang verblieb. Die Entbindungsanstalt war eine der wenigen Institutionen der Universität, welche die französische Besatzung überstand. Außerdem war Weidmann Hausarzt des Mainzer diplomatischen Korps.

Entnommen aus:

Institut für geschichtliche Landeskunde (Hrsg.): 2000 Jahre Mainz. Geschichte der Stadt -digital. Mainz 2001. CD-ROM

 

Red. Bearb. Juliane Märker 24.08.2012