Johann Joachim Becher
*1635 Speyer, † 1685 London
Prof. Dr. med., Merkantilist


Becher promovierte in Mainz und arbeitete ab 1658 als Leibarzt des Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn. 1663 übernahm er von seinem Schwiegervater Ludwig von Hörnigk das Amt des Professors der Arzneikunde an der Mainzer Universität. Er war ein Experte auf dem Gebiet der Biochemie, verfasste aber auch Schriften zum Merkantilismus und zu Religion. Er selbst war vor seiner Anstellung an der Mainzer Universität zum Katholizismus übergetreten.
Auch auf dem Gebiet der Technik forschte Becher. Er verfasste mehrere Aufsätze zum perpetuum mobile und baute eine Uhr, die durch Regenwasser aufgezogen wurde und keine anderen Energieeinflüsse benötigte. Nebenbei gründete er Manufakturen und betrieb die Errichtung einer österreichisch-indischen Handelsgesellschaft. Ab 1666 war Becher kaiserlicher Kommerzienrat und engagierte sich stark in kolonialen Fragen. Er reiste viel, besuchte die Niederlande, Österreich, Schweden und England, wo er schließlich starb.

 

Entnommen aus:

Institut für geschichtliche Landeskunde (Hrsg.): 2000 Jahre Mainz. Geschichte der Stadt -digital. Mainz 2001. CD-ROM

 

Red. Bearb. Juliane Märker 24.08.2012