Bernhard Schöfferlin
*1436/38 Esslingen, † um 1505 Mainz
Humanist aus Schwaben

Schöfferlin studierte ab 1454 in Heidelberg Philosophie und später in Italien Jura, bevor er am Reichskammergericht arbeitete, wo er Ivo Wittich kennenlernte, den späteren Rektor der Mainzer Universität. 1485 war Schöfferlin Assessor am Württembergischen Hofgericht, ab 1495 Rat bei Herzog Ulrich von Württemberg und schließlich ab 1500 schwäbischer Bundesrichter. Dann gab er seine praktische Rechtstätigkeit auf und wurde von Wittich als Professor der Geschichte an die alte Universität Mainz berufen. In Wittichs Auftrag verfasste er zu Beginn des 16. Jahrhunderts im die erste Livius-Übersetzung, die 1505 im Verlag von Johann Schöffer herauskam. Schöfferlin starb nach Vollendung der ersten beiden Teile, Wittich setzte das Werk fort. Wichtig ist Schöfferlin auch für die Gutenberg-Forschung, indem er Johannes Gutenberg als Erfinder der Buchdruckkunst bezeugte und seine Mitkonkurrenten und Nachfolger Johann Fust und Peter Schöffer nur die Weiterentwicklung seiner Technik akkreditierte.

Literatur:

Just, Leo: Die alte Universität Mainz von 1477 bis 1798. Ein Überblick. Wiesbaden 1957.

 

Red. Bearb. Juliane Märker 24.08.2012